Realisierungswettbewerb „Unter den Linden“ in Reutlingen entschieden. Wir als per invest entwickeln einen neuen Stadtbaustein für Reutlingen


Wir freuen uns, dass der Realisierungswettbewerb mit städtebaulichem Ideenteil für unser Projekt „Unter den Linden“ in Reutlingen entschieden ist. Für uns als per invest GmbH ist damit ein wichtiger Meilenstein erreicht: Der Siegerentwurf bildet nun die Grundlage für die weitere planerische Ausarbeitung sowie für die nächsten Schritte zur Erstellung und Einreichung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans.

Auf dem Bild von links: Michael Glück (Geschäftsführer – Glück Landschaftsarchitektur), Kazim Per (Geschäftsführer – per invest), Deniz Per (Geschäftsführer per invest), Oliver Braun (Geschäftsführer a+r Architekten), Thomas Keck (Oberbürgermeister der Stadt Reutlingen, Florian Gruner (Partner von a+r Architekten)

Wir als per invest GmbH sind bei diesem Projekt Projektentwickler und Bauherrenvertreter. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit der Stadt Reutlingen an diesem Standort einen neuen, qualitätsvollen Stadtbaustein zu entwickeln mit Wohnen, Arbeiten, Nahversorgung, sozialer Infrastruktur, ergänzender Gastronomie und hochwertigen Freiräumen.

Vom Grundstückserwerb zur Projektidee


Am Anfang stand der Erwerb des Grundstücks. Wir als per invest GmbH haben das Areal mit Unterstützung eines ausländischen Investors aus dem Umfeld eines Family Office erworben. Bereits zu Beginn haben wir uns intensiv mit der Frage beschäftigt, welches Potenzial dieser Standort für Reutlingen bietet und wie das Areal langfristig sinnvoll weiterentwickelt werden kann.

Der heutige Standort ist vor allem durch großflächige Einzelhandelsnutzungen, Stellplatzflächen, versiegelte Bereiche und eine eher funktionale Struktur geprägt. Aus unserer Sicht wird das Areal seinem städtebaulichen Potenzial an dieser wichtigen Stelle in Reutlingen derzeit nicht gerecht.

Genau darin liegt für uns die große Chance: Aus einem heute überwiegend monofunktional genutzten Standort soll ein lebendiges, gemischt genutztes und gut in die Stadt eingebundenes Quartier entstehen.


Markt- und Machbarkeitsstudie als Grundlage


Bevor wir den Wettbewerb angestoßen haben, haben wir uns intensiv mit dem Standort, dem Umfeld und den möglichen Nutzungen auseinandergesetzt. Im Rahmen einer Markt- und Machbarkeitsstudie haben wir die Entwicklungsmöglichkeiten des Areals untersucht.

Dabei ging es uns nicht nur um die Frage, was baulich möglich ist, sondern auch darum, welche Nutzungen an diesem Standort langfristig sinnvoll sind und welchen Mehrwert das Projekt für Reutlingen leisten kann. Themen wie Wohnen, Arbeiten, Nahversorgung, soziale Infrastruktur, Freiräume, Erschließung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit wurden dabei von Anfang an zusammengedacht.

Die Machbarkeitsstudie wurde dem Gemeinderat vorgestellt. Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, dass diese Studie als Grundlage für die Durchführung des Wettbewerbs dienen soll. Diese Zustimmung war für uns ein wichtiges Signal, die Entwicklung des Standorts gemeinsam mit der Stadt Reutlingen weiter voranzutreiben.

Auf dieser Grundlage wurde anschließend die Auslobung des Realisierungswettbewerbs mit städtebaulichem Ideenteil vorbereitet. Die Auslobung erfolgte durch kohler grohe architekten aus Stuttgart und wurde eng mit der Stadt Reutlingen sowie den beteiligten Fachbereichen abgestimmt.

Gemeinsam mit der Stadt haben wir uns darauf verständigt, für die Entwicklung des Areals einen großen, zweistufigen Wettbewerb mit 25 Architekturbüros durchzuführen.


Auslobung und Wettbewerbsverfahren


Die Auslobung sah ein qualitätsorientiertes Wettbewerbsverfahren vor, bei dem die städtebauliche, architektonische und freiraumplanerische Qualität der Arbeiten im Mittelpunkt stand. Als Ausloberin des Wettbewerbs trat die per invest GmbH auf, vertreten durch Kazim Per und Deniz Per, in Abstimmung mit der Stadt Reutlingen. Die Wettbewerbsbetreuung und Vorprüfung erfolgte durch kohler grohe architekten aus Stuttgart.

Insgesamt wurden 25 Büros zum Wettbewerb zugelassen. Nach einer Bearbeitungszeit von über sechs Monaten wurden 24 Arbeiten fristgerecht und anonym eingereicht. Das anonyme Verfahren war für uns ein wichtiger Bestandteil des Wettbewerbs, da dadurch ausschließlich die Qualität der Konzepte und die fachliche Bewertung der Arbeiten im Vordergrund standen.

Das Preisgericht hat alle fristgerecht eingereichten Arbeiten zur Beurteilung zugelassen. Die Arbeiten wurden anschließend in mehreren Wertungsrundgängen intensiv diskutiert, geprüft und anhand der in der Auslobung definierten Kriterien bewertet.

Unser erster Wettbewerb dieser Art

Für uns als per invest GmbH ist „Unter den Linden“ ein besonderes Projekt. Es ist nicht nur ein großes Bauvorhaben, sondern auch unser erster Realisierungswettbewerb dieser Art. Entsprechend groß war für uns die Verantwortung und auch die Spannung während des gesamten Prozesses.

Schon beim ersten Preisgericht wurde uns bewusst, welche Dimension dieses Projekt für uns hat. Gleichzeitig haben wir gesehen, wie viel Potenzial in dem Areal steckt und wie wichtig es ist, die richtigen städtebaulichen Grundlagen für die weitere Entwicklung zu schaffen.

Da wir auch in Zukunft weitere Investitionen und Projektentwicklungen planen, war dieser Wettbewerb für uns zugleich ein wichtiger Lern- und Entwicklungsschritt. Die Erfahrung hat uns gezeigt, wie wertvoll ein offener, qualitätsorientierter Wettbewerb sein kann. Deshalb können wir uns gut vorstellen, auch bei künftigen Projekten wieder diesen Weg zu gehen.


Zweistufiger Wettbewerb mit intensiver Weiterentwicklung

Der Wettbewerb fand in zwei wesentlichen Etappen statt.

Beim ersten Preisgericht am 26. Februar 2026 wurden erste Konzepte, Entwurfsideen und städtebauliche Ansätze vorgestellt. Zu diesem Zeitpunkt gab es für uns noch keinen klaren Favoriten. Vielmehr ging es darum, die unterschiedlichen Ansätze genau zu betrachten, Qualitäten zu erkennen, offene Punkte anzusprechen und unsere Erwartungen für die weitere Bearbeitung noch klarer zu formulieren.

Besonders gefreut hat uns, dass die teilnehmenden Büros die Hinweise aus der ersten Sitzung, die Rückmeldungen aus dem Preisgericht und die Themen, die uns als perinvest besonders wichtig sind, sehr ernst genommen haben.

Beim zweiten Preisgericht am 22. Juni 2026 lagen deutlich weiterentwickelte und konkretisierte Konzepte vor. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich intensiv mit dem Areal, den Nutzungen, den Freiräumen und den funktionalen Anforderungen auseinandergesetzt.

Nach einer Bearbeitungszeit von über sechs Monaten wurde am 22. Juni 2026 schließlich der Siegerentwurf gekürt.

Entscheidung mit Stadt, Gemeinderat und Jury

Die eingereichten Arbeiten wurden anhand der in der Auslobung definierten Kriterien bewertet. Nach intensiver Auseinandersetzung mit den einzelnen Beiträgen kristallisierten sich vier Arbeiten heraus, die durch besondere städtebauliche, architektonische und freiraumplanerische Qualitäten überzeugten.

Die Entscheidung wurde von einem breit besetzten Preisgericht getroffen. Neben Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichtern waren auch Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Reutlingen sowie des Gemeinderats stimmberechtigt eingebunden.

Für uns war besonders wichtig, dass die Entscheidung nicht isoliert getroffen wurde, sondern in einem fachlich fundierten und zugleich kommunal breit getragenen Verfahren. Der Siegerentwurf wurde nahezu einstimmig von Jury, Stadt und Gemeinderat getragen. Dieses klare Ergebnis ist für uns ein starkes Signal für die nächsten Schritte.

Durch das Wettbewerbsverfahren konnten bereits viele wichtige Themen frühzeitig gemeinsam mit der Stadt Reutlingen besprochen werden. Wir sehen darin eine gute Grundlage, um das Projekt im Sinne der Stadt Reutlingen zielorientiert weiterzuführen.

Prämierung und Siegerentwurf

Nach intensiver Diskussion blieben vier Arbeiten in der engeren Auswahl. Das Preisgericht würdigte diese Beiträge als besonders qualitätsvolle Lösungsansätze für die Entwicklung des Areals und vergab einen 1. Preis, zwei 3. Preise sowie eine Anerkennung.

Der 1. Preis ging an a+r Architekten GmbH aus Stuttgart gemeinsam mit Glück Landschaftsarchitektur GmbH aus Stuttgart.

Der Siegerentwurf hat uns durch seine präzise städtebauliche Setzung und seine differenzierte Freiraumstruktur überzeugt. An der stadträumlich wichtigen Kreuzung der Straßen „Unter den Linden“ und Burkhardt+Weber-Straße entsteht ein angemessen ausgebildeter Vorplatz, der dem neuen Quartier eine starke Adresse gibt und einen überzeugenden Auftakt in die neue Bebauung bildet.

Auch die Anordnung der Baukörper wurde besonders positiv bewertet. Der Entwurf entwickelt ein ausgewogenes Höhengefüge und schafft eine robuste, zugleich lebendige Quartiersstruktur. Die geplanten Hochpunkte setzen städtebauliche Akzente, ohne den Standort zu überfrachten.

Ein wesentlicher Qualitätsbaustein ist die unterirdische Anordnung des Lebensmittelmarkts. Dadurch können Erdgeschosszonen und Freiräume von großflächigen Handelsnutzungen freigehalten werden. Das schafft einen deutlichen Mehrwert für die Aufenthaltsqualität und ermöglicht eine helle, grüne und gut nutzbare Quartiersmitte.

Offene Blockstrukturen, klare Durchwegungen, gemeinschaftlich nutzbare Bereiche und private Wohnhöfe schaffen einen vielfältigen Mix attraktiver Außenräume. Auch die Kindertagesstätte ist im Entwurf an einer zentralen Stelle vorgesehen und kann von dieser Lage profitieren.

Für uns bietet der Siegerentwurf eine starke und tragfähige Grundlage für ein lebendiges, eigenständiges und gut in die Stadt Reutlingen integriertes Quartier. Das Preisgericht empfahl einstimmig, den mit dem 1. Preis ausgezeichneten Entwurf der weiteren Bearbeitung zugrunde zu legen.

Ein 3. Preis wurde an allmannwappner gmbh aus München mit TERRA.NOVA Landschaftsarchitektur aus München vergeben. Der Beitrag überzeugte durch eine klare Struktur aus offenen Höfen und eine prägnante städtebauliche Setzung an der Burkhardt+Weber-Straße. Positiv bewertet wurden insbesondere das einladende Entrée, die gut vorstellbaren Freiraumqualitäten sowie die konsequente Vernetzung mit dem Realisierungsteil.

Ein weiterer 3. Preis ging an Wulf Architekten GmbH aus Stuttgart mit bäuerle landschaftsarchitektur + stadtplanung aus Stuttgart. Der Entwurf schlug zwei zusammengehörige Gebäudeensembles mit unterschiedlich gestalteten Baukörpern vor. Besonders hervorgehoben wurden die clevere Ausnutzung der Topografie, die Überbauung des Lebensmittelmarkts mit einer offenen, parkartigen Landschaft, die gute Adressierung der Baukörper sowie ein vernetztes Wegesystem im Quartier.

Eine Anerkennung erhielt Schwille Architektenpartnerschaft mbB aus Reutlingen mit Stefan Fromm Landschaftsarchitekten aus Dettenhausen. Der Beitrag entwickelte einen eigenständigen Ansatz mit einer Kombination aus Zeilen und Punkthäusern. Positiv bewertet wurden die klare Adressbildung zur Burkhardt+Weber-Straße, die boulevardartige Gestaltung des Straßenraums, attraktive Erdgeschossnutzungen sowie die gut erschlossene Lage der Kindertagesstätte.

Die ausgezeichneten Arbeiten haben uns gezeigt, wie unterschiedlich das Areal interpretiert werden kann und welche Qualitäten in diesem Standort liegen. Wir bedanken uns bei allen teilnehmenden Büros für ihre intensive Auseinandersetzung mit der Aufgabe und die eingereichten Arbeiten.

Wie es jetzt weitergeht


Als nächster Schritt folgt das Genehmigungsverfahren einschließlich der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans, der in enger Abstimmung mit der Stadt Reutlingen erarbeitet wird.

Der Siegerentwurf dient dafür als Grundlage. Damit sollen die wesentlichen städtebaulichen Qualitäten des prämierten Konzepts verbindlich gesichert und konkret auf das geplante Vorhaben übertragen werden. Anders als bei einem allgemeinen Bebauungsplan wird der vorhabenbezogene Bebauungsplan unmittelbar auf unser Projekt zugeschnitten.

Das nahezu einstimmige Wettbewerbsergebnis öffnet aus unserer Sicht die Tür für eine zielorientierte weitere Planung. Da im Rahmen des Verfahrens bereits viele Themen gemeinsam mit der Stadt Reutlingen besprochen wurden, hoffen wir, dass das Projekt im Sinne der Stadt Reutlingen strukturiert und effizient weitergeführt werden kann.

In den nächsten Schritten werden wir den Entwurf gemeinsam mit a+r Architekten, den beteiligten Fachplanerinnen und Fachplanern sowie der Stadt Reutlingen weiter konkretisieren. Danach folgen die weiteren Planungsphasen – von der vertiefenden Entwurfs- und Genehmigungsplanung bis hin zur Ausführungs- und Werkplanung.

Unser Ziel ist es, die Qualität des Wettbewerbsergebnisses in die konkrete Umsetzung zu übertragen und das Projekt Schritt für Schritt in Richtung Realisierung zu führen.

Wir als per invest GmbH bedanken uns herzlich bei allen teilnehmenden Büros, dem Preisgericht, dem Gemeinderat, der Stadt Reutlingen, den Sachverständigen, kohler grohe architekten sowie allen Beteiligten für die engagierte, konstruktive und professionelle Zusammenarbeit.

per Invest GmbH

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